Das Schilfrohr und der Ölbaum

Über Stärke, Festigkeit und Ruhe stritten sich ein Schilfrohr und ein Ölbaum.

 

Das Rohr, welches von dem Ölbaum getadelt wurde, weil es aller Stärke entbehre und leicht von allen Winden hin und her bewegt werde, schwieg und sagte kein Wort.

 

Nach einer kleinen Weile erhob sich ein heftiger Sturm; das hin und her geschüttelte Rohr hatte den Windstößen nachgegeben und blieb unbeschädigt, der Ölbaum dagegen, welcher sich den Winden entgegengestemmt hatte, wurde durch deren Gewalt gebrochen.

 

Aesop
(griechischer Fabeldichter, um 550 v. Chr.)

 

Und was für das Schilfrohr zählt, das zählt auch im Leben eines Menschen.

 

Flexibilität lässt uns mit schwierigen Situationen besser umgehen als in starrer Haltung und wir können mit Kraft und Vertrauen

den Stürmen des Lebens entgegentreten.

 

In diesem Sinne … entspannte, sonnige Herbsttage!
Helga

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Kommentare: 2
  • #1

    Agnes (Montag, 26 Oktober 2015 18:05)

    Eine wunderschöne Fabel Helga!
    Die kannte ich noch nicht, schön dass Du uns immer mit so schönen Geschichten und Gedichten zu Deinen Bildern "versorgst".

  • #2

    menzeline (Freitag, 30 Oktober 2015 09:32)

    Eine schöne Erzählung mit tiefsinnigem Hintergrund. Sehr schön, gefällt mir. Dankeschön