Wolkenverhangen

Es ziehen Wolken auf und auch in meiner Region soll sich nun bald der Winter zeigen. Bisher hatten wir nur milde Temperaturen.

Ich würde mich freuen, wenn das eine oder andere Schneeflöckchen fällt … Wanderschuhe und Kamera sind einsatzbereit.

Trübes Wetter


Es ist ein stiller Regentag,
so weich, so ernst, und doch so klar,
wo durch den Dämmer brechen mag
die Sonne weiß und sonderbar.


Ein wunderliches Zwielicht spielt
beschaulich über Berg und Tal;
Natur, halb warm und halb verkühlt,
sie lächelt noch und weint zumal.


Die Hoffnung, das Verlorensein
sind gleicher Stärke in mir wach;
die Lebenslust, die Todespein,
sie ziehn auf meinem Herzen Schach.


Ich aber, mein bewusstes Ich,
beschau das Spiel in stiller Ruh,
und meine Seele rüstet sich
zum Kampfe mit dem Schicksal zu.

 

Gottfried Keller

(1819 – 1890) 

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Kommentare: 2
  • #1

    Ingrid (Donnerstag, 14 Januar 2016 12:00)

    Zwar mag ich den Winter nicht besonders, aber mal ein bisschen Schnee würde mir auch gefallen.
    Liebe Grüße, Ingrid

  • #2

    Agnes (Samstag, 16 Januar 2016 13:05)

    Ein sehr schönes Gedicht von Gottfried Keller, das kannte ich noch nicht.
    Ich überlege ob ich ein passendes Foto dazu im Archiv habe, dann würde ich es gerne in meine Lyrik-Sammlung aufnehmen.
    Ich würde auch gerne mal ein paar Winterbilder fotografieren, aber dann sollte der Schnee bald fallen. Denn sonst wird meine Sehnsucht nach Frühling so groß, dass ich keinen Schnee mehr mag.
    Herzliche Grüße
    Agnes