Letzte Augusttage

 

Der Gärtner im September

 

Auf seine Art – vom Standpunkt des Gärtners – ist der September ein dankbarer und ausgezeichneter Monat; nicht nur deshalb, weil die Goldrute, die Herbstaster und die indische Chrysantheme blühen, nicht nur euretwegen, schwere und bezaubernde Georginen.

 

 

 

So wisset denn, ihr Ungläubigen: der September ist der auserlesene Monat für alles, was zum zweiten Mal blüht; der Monat der zweiten Blüte, der Monat der reifenden Rebe. All das sind die rätselhaften Vorzüge dieses Monats September, voll tieferem Sinn. Außerdem ist er der Monat, in dem sich die Erde wieder öffnet, so dass wir einsetzen können! Jetzt muss das in die Erde kommen, was bis zum Frühjahr Wurzeln fassen soll; wieder eine Gelegenheit für uns Gärtner, die Blumenzüchter abzulaufen, uns ihre Kulturen anzugucken und Schätze

für das kommende Frühjahr auszusuchen.

 

Karel Capek
aus ‚Das Jahr des Gärtners‘
(1890 - 1938)

Der letzte Sommermonat August verabschiedet sich und für den September erhoffe ich einige Sonnentage mit angenehmen Temperaturen, die meine Gartenarbeit möglich machen. Es gibt schon jetzt diverse herbstliche Aufgaben und ich teile sie mir bis Ende Oktober rückenfreundlich ein. Bekanntlich kommt man auch mit kleinen Schritten zum Ziel.

 

Der September ist die beste Pflanzzeit für Pfingstrosen; ich werde die üppigen Büsche teilen und vermehren. Ende des Monats kümmere ich mich dann um weitere Stauden. Auch denke ich an die eine oder andere Neupflanzung, wenn ich etwas Interessantes im Gartencenter entdecke. Blumenzwiebeln sollten nun ebenfalls in die Erde kommen.

 

Der Rasen wird noch einmal vertikutiert und erhält einen speziellen Herbst-Rasendünger mit hohem Kalium-Anteil. Kalium stärkt die Gräser und schützt vor Winterschäden. Seit Jahren hat sich diese Maßnahme bewährt und ich bin immer wieder überrascht, wie gesund und sattgrün mein Rasen nach dem Winter ins Frühjahr startet.

 

Aber es ist nicht nur Zeit für Gartenarbeit, es ist auch ein wunderbarer Monat für Spaziergänge und Wanderungen. Die Sonne steht nun schon etwas tiefer und lässt die Natur in schönstem Licht funkeln. Könnte ich malen, würde ich diese Stimmung auf einer Leinwand einfangen. Es bleibt meine Kamera und ich freue mich auf neue Entdeckungen in dieser wunderbaren Jahreszeit Herbst!

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Kommentare: 1
  • #1

    Marlies (Sonntag, 28 August 2016 16:40)

    Liebe Helga,
    Dein September -Foto erinnert mich daran, auch mal wieder eine Kürbissuppe zu kochen.
    Dein Foto wurde sehr originell aufgenommen, super Perspektive.
    Deine Ratschläge kommen für mich zu spät, ich habe keinen Garten mehr. Aber Du hilfst damit vielen anderen, den Garten auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.
    Vielleicht solltest Du mal meinen unter mir wohnenden einen Ratschlag geben, wie sie aus dem Unkrautacker mal einen schönen Rasen machen könnten. So langsam aber sicher gebe ich es auf darauf zu hoffen.
    Ich grüße Dich, Marlies