Wetterküche

Ich wollt, ich wär' des Sturmes Weib

 

Ich wollt', ich wär' des Sturmes Weib,
es sollte mir nicht grausen,
auf Felsenhöhen wohnt ich dann,
dort, wo die Adler hausen.

 

Die Sonne wäre mein Gespiel,
die Winde meine Knappen,
mit dem Gemahl führ' ich dahin
auf flücht'gem Wolkenrappen.

 

Frei würd' ich sein und stolz und groß,
die Königin der Ferne,
tief unter mir die dumpfe Welt
und über mir die Sterne!

 

Anna Ritter
deutsche Dichterin
(1865 - 1921)


Gestern brodelte es in der Wetterküche.

Sturmflut im Norden und starker Schneefall im Osten und Süden unseres Landes.

 

Hier im Westen wurden wir nur gestreift.  Es bauten sich tiefdunkle Wolken auf und trieben stürmisch vorbei. Ein Schauer jagte den nächsten mit Regen und Graupel, Wind rüttelte am Haus und dann ließ sich die Sonne blicken, als wäre nichts geschehen.

 

Ich stand auf meiner Terrasse, blickte in den Himmel und beobachtete das Schauspiel dieser Turbulenzen.

Naturgewalten im Schnelldurchgang, faszinierend und bedrohlich zugleich.

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Kommentare: 5
  • #1

    Ingrid (Donnerstag, 05 Januar 2017 10:18)

    Herrliche Wolkenbilder, diese sehr dramatisch. Davon kann ich nie genug kriegen. Und das Gedicht passt wunderbar dazu. Anna Ritter kenne ich gar nicht. Gibt's noch mehr von ihr?
    LG, Ingrid

  • #2

    Marlies (Donnerstag, 05 Januar 2017 12:43)

    Ja, liebe Helga, gestern hatten wir in Germany wieder mal einen Sturm und ich bin froh und glücklich, dass wir keine große Schäden haben.
    Da sind Deine schönen Wolkenbilder schön anzuschauen.
    Anna Ritter kenn ich gar nicht, aber das Gedicht passt genau dazu.
    Sogar meine geliebte Schanzentournee musste abgesagt werden, denn unsere Adler waren nicht mehr sicher. Besser so, als Unfälle, die einen Sportler ein Leben lang begleiten.
    Heute schneite es bei uns und es ist ziemlich kalt. Morgen soll es ja um die 14 Grad Minus geben. Na, das muss ja nicht gerade sein.
    Ich grüße Dich und wünsche Dir einen guten Tag im neuen Jahr.
    Marlies

  • #3

    Quer (Freitag, 06 Januar 2017 06:26)

    Schön - und dramatisch - in Wort und Bild!
    Oh ja, in der Wetterküche kann es ganz arg brodeln oder sogar überschäumen.
    Und man ist immer heilfroh, nicht von der ganzen Wucht der Elemente erfasst zu werden.
    Liebe Grüsse in einen hoffentlich ruhigen Tag,
    Brigitte

    P.S. "Des Sturmes Weib" wollte ich nicht sein. :-)

  • #4

    Agnes (Samstag, 07 Januar 2017)

    So ein schönes Gedicht liebe Helga, das gefällt mir sehr.
    Und Dein Foto dazu ist die ideale Ergänzung, das paßt vortrefflich zusammen.

  • #5

    Roswitha (Montag, 09 Januar 2017 23:38)

    Und hier war gar nichts davon zu spüren.
    Liebe Helga, ich habe mir jetzt mal wieder deinen Blog angeschaut, der so herrlich weiter wächst, was ich sehr schön finde.
    Leider finde ich einfach nicht mehr die Zeit um überall zu kommentieren, denn seit ich bei wordpress bin bin ich auf so viele Seiten dort unterwegs.
    Aber ich vergesse dich und deinen Blog nicht, auch nicht, dir auf deine Mails zu antworten, aber eins nach dem anderen.
    Meine Guten Nacht Geschichte ist jetzt noch dein Blog, den ich noch ein wenig durch stöbere.
    Herzliche Gute Nacht Grüße von Roswitha