500 Jahre Reformation

Lutherdenkmal (Eisenach/Thüringen)
Lutherdenkmal (Eisenach/Thüringen)

Martin Luther wurde 1483 in Eisleben/Sachsen-Anhalt geboren. 1501 nahm er das Jura-Studium in Erfurt auf.  Eine Legende besagt,

dass er als junger Student in ein heftiges Gewitter geriet und in seiner Not gelobte, ein Mönch zu werden. Er trat 1505 als Mönch

in das Augustinerkloster zu Erfurt ein und begann sein Theologiestudium, promovierte 1512 und übernahm eine Professur an der Wittenberger Universität.


Auch als Prediger war er tätig und betreute eine Kirchengemeinde. Ihm fiel auf, dass kaum noch Gottesdienstbesucher bei ihm ihre Beichte ablegen wollten. Sie kauften stattdessen die sogenannten Ablassbriefe, um mit Geld das Seelenheil zu erlangen.

 

Martin Luther hat später vor allem in seinen berühmten Tischreden seine Romreise immer wieder als ein Schlüsselerlebnis auf

dem Weg zur Reformation bezeichnet, da in Rom der Handel mit Ablassbriefen erschreckende Ausmaße annahm.

 

Sprüche wie „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“ empörten Luther sehr und er schrieb an seine katholischen Vorgesetzten, um diesen Missstand zu beenden. Aber es änderte sich nichts.

 

Ein jeder Christ, der wahre Reue empfindet über seine Sünden,

hat völlige Vergebung von Strafe und Schuld,

die ihm auch ohne Ablassbriefe gehört.

 

Martin Luther
These 36

 

Es ist nicht belegt und gehört wohl eher zu einer Legende, dass Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel im Jahr 1517

an die Tür der Schlosskirche nagelte. Belegt ist aber, dass er sie schrieb und auch drucken ließ, um sie in Umlauf zu bringen.

Das Resultat war sowohl Zuspruch als auch Ablehnung.

 

Die Lage eskalierte, als Martin Luther durch die Kurie heftig angegriffen und zu mehreren Stellungnahmen gezwungen wurde. Im Jahr 1520 stand er als Ketzer vor Gericht, widerrief aber nicht seine Thesen. Das war der Bruch mit der römisch-katholischen Kirche und der Papst sprach den Bannfluch über ihn aus.

 

Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen bestand darauf, dass Martin Luther nicht ohne Anhörung verhaftet wurde und lud ihn 1521 zum Reichstag nach Worms ein. Aber auch hier verleugnete er seine Lehren nicht und blieb standhaft. Das bedeutete für ihn, dass er nun vogelfrei/schutzlos war. Daraufhin ließ der Kurfürst ihn ‚entführen‘ und auf die Wartburg nach Eisenach bringen, wo ihm Sicherheit und Unterschlupf gewährt wurden.


Der weitere Verlauf seines Lebens ist über den Link auf meiner Webseite zu finden:

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Kommentare: 2
  • #1

    Agnes (Sonntag, 08 Januar 2017 13:43)

    Ein mutiger Mann war er, derart für seine Überzeugung einzutreten.
    Heute wird meinst der Weg des geringeren Widerstandes gewählt, die Leute treten aus der Kirche aus wenn sie mit den (teils) unsinnigen Dogmen nicht einverstanden sind, oder tuen gar nicht (wie ich auch).
    Von daher muß man Luthers Taten wohl sehr hoch einstufen, so sehe ich das heute jedenfalls.
    Er hatte ja so recht, vor allem mit den völlig unchristlichen Ablaß erkaufen.
    Danke dass Du hier an diesen großen Mann erinnerst.
    LG
    Agnes

  • #2

    Marlies (Samstag, 14 Januar 2017 14:35)

    Liebe Helga,
    durch meine Reise nach Eisenach, Wittenberg, Torgau und Erfurt waren wir auf den Spuren von Martin Luther.
    Wir haben in jeder Stadt einen Reiseführer gehabt der uns über Luther aufgeklärt hat.
    Ein wahrlich interessanter Mann, ich glaube ich werde noch viel über ihn lesen.
    Danke für Deinen Beitrag,
    Gruß Marlies