Haiku

Abendnebeldunst -
heut gedenk‘ ich alter Zeit -
Ach, wie ist sie fern!

 

Kobayashi Issa
japanischer Haiku-Dichter
(1763 – 1827)

 

Es ist die kürzeste Gedichtform und bringt es doch mit wenigen Silben und 3 Zeilen auf den Punkt … das japanische Haiku.

Traditionelle Haiku befassen sich mit den Jahreszeiten, der Natur und der gegenwärtigen sinnlichen Wahrnehmung.

 

Ich mag diese Lyrik sehr!
Spärliche Worte lesen und mit der eigenen Phantasie eine Geschichte daraus entwickeln … wunderschön!

 

Begonnen hat alles im 17. Jhd. und ein Meister dieser Zeit war Matsuo Basho. Das bekannteste Haiku stammt aus seiner Feder:

 

Der alte Teich
ein Frosch springt hinein
das Geräusch des Wassers

 

Matsuo Basho

japanischer Haiku-Dichter
(1644 - 1694)

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Kommentare: 5
  • #1

    Anna-Lena (Samstag, 14 Januar 2017 12:22)

    Ich mag sie auch sehr.
    - In wenigen Worten drücken sie viel aus
    - sie zu erstellen ist eine Art Gehirnjogging
    - mit dem passenden Bild eine vortreffliche Einheit

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, liebe Helga.
    Lieben Gruß
    Anna-Lena

  • #2

    Quer (Sonntag, 15 Januar 2017 06:50)

    Auch mich können sie immer wieder begeistern, die Haiku oder die etwas längeren Tanka.
    Man spürt bei einem guten Haiku, welch intensive Geistes- oder Meditationsarbeit zu dieser wundervollen Essenz führte.

    Liebe Sonntagmorgengrüsse,
    Brigitte

  • #3

    Roswitha (Montag, 23 Januar 2017 10:39)

    Hallo Helga, ich habe mich auch schon mal mit einem Haiku beschäftigt, aber mir gehen dann eher die Elfchen besser aus der Feder.
    Elf Wörter in fünf Zeilen, wie dieses hier von mir:

    Licht
    Am Ende
    Des langen Winters
    Nun können wir aufatmen
    Frühlingszeit

    Liebe Grüße von Roswitha

  • #4

    Marlies (Montag, 23 Januar 2017 12:45)

    Das kürzeste Gedicht und ich schreibe dazu auch ganz kurz!
    Was ist Haiko?
    Ich grüße Dich, Marlies

  • #5

    Agnes (Montag, 23 Januar 2017 19:03)

    Ich kann mich mit Haikus nicht so sehr anfreunden.
    Mir gefallen die Reime die halt in Intervallen gleichen Endungen haben und wo die Zeilenlänge in etwa gleich ist doch besser.
    Meines Wissens gilt beim Haiku doch die Silbenregel von insgesamt 17 Silben aufgeteilt in drei Zeilen von 5 - 7 - 5 Silben

    Bei dem ersten Haiku trifft das zu:
    Abendnebeldunst -
    heut gedenk‘ ich alter Zeit -
    Ach, wie ist sie fern!
    Kobayashi Issa, (1763 – 1827)

    Bei dem zweiten Zitat von Matsuo Basho paßt die Silbenzahl allerdings nicht.

    LG
    Agnes