Heinrich Heine

Biggesee, Sauerland
Biggesee, Sauerland

Er war ein Meister der ironisch-politischen Worte und ich möchte einige seiner Gedanken zitieren:

 

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
dann bin ich um den Schlaf gebracht,
ich kann nicht mehr die Augen schließen,
und meine heißen Tränen fließen.

 

Heinrich Heine
(1797 - 1856)
aus: Nachtgedanken

 

Sie sang das alte Entsagungslied,
das Eiapopeia vom Himmel,
womit man einlullt, wenn es greint,
das Volk, den großen Lümmel.

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
ich kenn auch die Herren Verfasser;
ich weiß, sie tranken heimlich Wein
und predigten öffentlich Wasser.

 

Heinrich Heine

(1797 - 1856)
aus: Deutschland, Ein Wintermärchen

 

Heinrich Heine erblickte 1797 in Düsseldorf das Licht der Welt. Er durchlief eine kaufmännische Ausbildung, besaß aber kein Interesse an dieser beruflichen Laufbahn. Daraufhin begann er 1819 ein Jura-Studium in Bonn, besuchte aber vor allem die Literatur-Veranstaltungen der Universität. Er wechselte nach Göttingen und Berlin, wo 1822 sein erstes Buch mit Gedichten erschien.

 

Heinrich Heine absolvierte trotz Abneigung sein Jura-Studium und schloss mit Dr. jur. ab. Der berufliche Aufstieg als Jurist blieb ihm wegen seiner jüdischen Herkunft aber verwehrt und so verließ er Deutschland und zog 1831 nach Paris.

 

Inzwischen besaß Heine einen Namen als Lyriker; sein bekanntestes Gedicht zu dieser Zeit war ‚Lore-Ley ‘ (neue Schreibweise: Loreley). Durch die Vertonung entstand ein bis heute populäres Volkslied.

 

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin?
Ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt
und ruhig fließt der Rhein;
der Gipfel des Berges funkelt
im Abendsonnenschein.

 

Die schönste Jungfrau sitzet
dort oben wunderbar,
ihr goldnes Geschmeide blitzet,
sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme
und singt ein Lied dabei;
das hat eine wundersame,
gewaltige Melodei.

 

Den Schiffer im kleinen Schiffe,
ergreift es mit wildem Weh;
er schaut nicht die Felsenriffe,
er schaut nur hinauf in die Höh.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
am Ende Schiffer und Kahn;
und das hat mit ihrem Singen
die Lore-Ley getan.

 

Gedicht: Heinrich Heine (1797 - 1856)
Melodie: Friedrich Silcher (1789 - 1860)

 
Der große Durchbruch gelang ihm 1827 mit ‚Buch der Lieder‘. Aber die preußische Zensur verbot seine Werke. Seine deutsche Muttersprache lag Heine immer sehr am Herzen und so schrieb er: "Und als ich die deutsche Sprache vernahm, da ward mir seltsam zumute; ich meinte nicht anders, als ob das Herz recht angenehm verblute.“ Auch sind seine Worte überliefert: "Mit mir ist die alte lyrische Schule der Deutschen geschlossen, während sogleich die neue Schule, die moderne deutsche Lyrik, von mir eröffnet ward."
Er fand in seinen Werken den Übergang zur Alltagssprache.
Heinrich Heine starb 1856 in Paris. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Montmartre und auf dem Grabstein steht:
Hier ruht ein deutscher Dichter

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Kommentare: 4
  • #1

    Marlies (Sonntag, 09 Juli 2017 10:34)

    Wenn Heinrich Heine heute noch leben würde, dann könnte er überhaupt nicht mehr schlafen.
    Das Loreley-Lied haben wir oft gesungen, es ist wohl eines der bekanntesten Werke von ihm.

    Danke für diesen ausführlichen Bericht über ihn.
    Ich grüße Dich, Marlies

  • #2

    Anna-Lena (Sonntag, 09 Juli 2017 19:58)

    Ein wirklich schöner und schillernder Beitrag über Heine, liebe Helga. Dafür DANKE.

    Herzliche Grüße
    Anna-Lena

  • #3

    Roswitha (Montag, 10 Juli 2017 16:19)

    Deine Heine Gedichte sind sehr schön und ich danke dir für die interessante Beschreibung von und über den Dichter, liebe Helga.
    Das Loreley Lied kenne ich auch, obwohl ich den Text jetzt nicht so aufsagen könnte, aber wenn ich es höre, ist alles klar.

  • #4

    Agnes (Mittwoch, 12 Juli 2017 19:02)

    Eine schöne Homage an einen wunderbaren deutschen Dichter liebe Helga.
    Heinirich Heine hat ausgesprochen schöne Gedichte geschrieben

    Ich steh auf des Berges Spitze,
    Und werde sentimental.
    »Wenn ich ein Vöglein wäre!«
    Seufz ich vieltausendmal.

    Herzliche Grüße
    Agnes