Gartengäste

… und viele Bienen und Fliegen und Wespen und Schmetterlinge summten und surrten darauf herum und sogen an den Blüten.

Da setzte ich mich denn auf die Holzstufen zu dem kleinen Lusthaus und sah träumerisch dem fremden Leben zu.

 

Theodor Storm
(1817 – 1888)

Tagpfauenauge
Tagpfauenauge

Wenn du singen könntest, Schmetterling,

hätten sie dich längst in einen Käfig getan.

 

Ochi Etsujin

(1656 - 1739)

In meinem Garten kreucht und fleucht es und ich bin immer bemüht, meine Gartengäste mit der Kamera festzuhalten.

Ich lege Wert auf die Auswahl insektenfreundlicher Pflanzen; sie bieten eine hervorragende Nahrungsquelle.

Da ich keinerlei Insektizide in meinem Garten einsetze, wird der Tisch reich mit Blattläusen gedeckt sein, die einige Insekten bevorzugen.

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
der selig an der Blume hing.

 

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
am hübschen Blümlein auf und ab.

 

Ach Gott, wie das dem Schmetterling
so schmerzlich durch die Seele ging.

 

Doch was am meisten ihn entsetzt,
das Allerschlimmste kam zuletzt.
Ein alter Esel fraß die ganze
von ihm so heiß geliebte Pflanze.

 

Wilhelm Busch
(1832 – 1908)

Das Landkärtchen

 

Das Landkärtchen ist ein seltener Gast in meinem Garten und als ich diesen Schmetterling in den Blüten der weißen Bergminze sitzen sah, wagte ich mich mit Kamera heran. Zu meiner Überraschung galt sein Interesse nur dem Nektar; meine Anwesenheit störte ihn überhaupt nicht. Und so konnte ich das Landkärtchen in verschiedenen Positionen fotografieren.

 

Es ist der einzige heimische Schmetterling, der in zwei Generationen sein Aussehen verändert. Im Frühling zeigt sich eine wesentlich hellere Oberseite. Hier auf den Fotos ist die dunkle Sommergeneration zu sehen. Dieser Falter trägt seinen Namen wegen der Flügelunterseite, die eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Landkarte darstellen soll.

 

Das Landkärtchen war Schmetterling des Jahres 2007; zwar nicht gefährdet, aber nicht oft zu sehen!

Amerikanische Zapfenwanze

In meinem Garten krabbelte auf einem herbstgefärbten Blatt ein etwa 2 cm großes Insekt, das ich bisher noch nie gesehen hatte. Selbstverständlich musste ich es gleich fotografisch festhalten, denn es ist auch noch sehr hübsch gezeichnet.

 

Auf der Internet-Seite des NABU fand ich die Erklärung: Es ist die Amerikanische Zapfenwanze! Sie ist in Nordamerika beheimatet

und zeigt weiße Zickzacklinien auf dem Rücken sowie blattartig verbreiterte Hinterbeine. Zur Lieblingsspeise zählen Blüten und Samen verschiedener Koniferen. Menschen müssen sich aber nicht sorgen, denn die Zapfenwanze ist völlig harmlos und kann uns weder stechen noch beißen!

 

Die Amerikanische Zapfenwanze ist in Europa zum ersten Mal in Italien (1999) entdeckt worden. Es folgten Schweiz (2002), Österreich (2005) und Deutschland (2006). Nun ist sie in meinem Garten gelandet und ich hoffe, sie findet ein gutes Plätzchen zur Überwinterung.

Efeu-Pergola

Efeu-Pergola
Efeu-Pergola

Meine Efeu-Pergola ist für Insekten und Tiere ein kleines Biotop und wird rund ums Jahr als Wohnraum, Schutz und Nahrungsquelle genutzt. Es raschelt, flattert und fliegt ständig im immergrünen Blätterdickicht.

 

Vögel sind Dauergäste und verspeisen manches krabbelnde Kleingetier sowie die schwarzen Efeu-Früchte im Winter. Sie nisten auch unter dem Blätterdach und ziehen erfolgreich ihre Jungen auf.

 

Efeu benötigt etwa 8 – 10 Standjahre, um überhaupt blühen zu können. Dann allerdings bieten diese unscheinbaren kleinen grünen Doldenblüten bis weit in den Herbst hinein für Insekten ein Schlaraffenland. Alles, was 6 Beine hat, scheint nun in der Pergola unterwegs zu sein.

 

Was habe ich dort schon alles entdeckt, aber ich konnte es nicht immer im Bild festhalten.

Meine Foto-Objekte stellen sich leider selten in Pose und halten kaum still. :-)

Efeu bietet den Amseln mit den heranreifenden Früchten eine wichtige Nahrungsquelle im Winter.

 

Die Amseldame zieht auch im Efeudickicht mehrfach jährlich ihre Jungen groß.

Sie verlor völlig die Scheu vor meiner Anwesenheit und inzwischen beäugt sie mich nur kurz,

wenn ich vorbeigehe und nascht dann weiter ihre Beeren.

 

 Ich schätze und fördere die Lebendigkeit meines Gartens durch meine zahlreichen Gartengäste.

 Die Libellen über dem Bach

sind wie von schwingendem Glas umgeben.

Die Schwalben schweben

dicht am Boden den taumelnden Fliegen nach.

 

Alfons Petzold

(1882 – 1923)

Das Heupferdchen

 

Ich hörte abends im Garten den unverkennbaren zirpenden Ruf, machte mich auf die Suche und fand nichts.

Das Grüne Heupferd hatte sich aus dem Staub gemacht. Aber Tage später hüpfte es mir unvermittelt vor die Füße und sprang dann

auf eine Rosenblüte. Ich konnte gar nicht schnell genug meine Kamera holen, pirschte mich vorsichtig heran und der Gartengast

ließ sich in schönster Pose ablichten. Freude für eine Hobby-Fotografin!

Die Wespe

 

Der August ist eigentlich Hochsaison für Wespen. Im Jahr 2016 konnte ich mein Frühstück aber auf der Terrasse ohne Belästigung genießen; kein aufdringliches Insekt wollte sich über meinen Honig hermachen. Auch für meinen Pflaumenkuchen gab es keinen Interessenten. Nur sehr selten sah ich bisher eine Wespe in meinem Garten.

 

Die Population hat durch den regenreichen Frühsommer sehr gelitten.

Wespennester, die sich oft in Erdlöchern befinden, wurden durchnässt und Pilzerkrankungen traten in der Brut auf.

 

Wie immer hat die Medaille zwei Seiten:
Wir Menschen sehen darin einen Vorteil, aber für das Ökosystem ist es nachteilig!

 

Sowohl Wespen als auch Hornissen übernehmen eine sehr wichtige Aufgabe als Schädlingsbekämpfer.

Ein Wespenvolk vertilgt an einem einzigen Tag etwa 500 g Fliegen, Mücken, Raupen, Käfer etc.

 

Aber sie ernähren sich auch von Pollen und sind – ähnlich wie Bienen – Bestäuber der Blüten.

Sie fliegen sogar bei schlechtem Wetter mit Sturm und Regen, was für Bienen nicht möglich ist.

 

Wespen und Hornissen verwerten auch das Holz morscher Bäume und setzen so den Verrottungsprozess in Gang.

Und letztlich sind Wespen Nahrung für andere Tiere, womit sich der Kreislauf schließt.
 

Dies alles zeigt, wie differenziert die Wespe betrachtet werden sollte!

Die Wespe ... im Jahr 2016 ein seltener Anblick
Die Wespe ... im Jahr 2016 ein seltener Anblick

Vogeltränke im Sommer

 

An heißen Sommertagen wird aus meiner Vogeltränke auch eine Insektentränke.

Ich beobachte Bienen und Wespen, die hier ihr lebenswichtiges Nass holen.

 

Besonders Wespen fliegen regelmäßig die Vogeltränke an. Nun las ich, dass sie oft als Wasserträger für ihr Nest unterwegs sind.

Sie bauen oder kühlen es damit.

 

Aber auch Bienen sind auf ständige Wasserquellen angewiesen und da ich die Vogeltränke täglich fülle,

greifen die Insektenvölker darauf zurück.

Der Hausrotschwanz

 

Die Vogeltränke in meinem Garten wird regelmäßig genutzt.

Ich wechsle täglich das Wasser, denn es minimiert die Gefahr, dass Vögel an Parasiten erkranken. Hin und wieder sollte man die Vogeltränke kräftig bürsten und mit kochendem Wasser ausspülen. Diese „Dienstleistung“ erfülle ich sehr gerne für Tiere in meinem Garten und ich freue mich, meine gefiederten Gäste beobachten und fotografieren zu können.

 

Der Hausrotschwanz ist ein reizender kleiner Singvogel mit rostrotem Schwanzgefieder.

Mein Foto zeigt ein Männchen, das rußschwarz bis schiefergrau gefärbt ist. Weibchen tragen ein mausgraues Federkleid.

Der Gartenrotschwanz ist nah verwandt und durch seinen weißen Stirnfleck gut vom Hausrotschwanz zu unterscheiden.

Gefiederte Gäste

Der 'lachende' Specht

 

Er wurde Vogel des Jahres 2014 und seitdem bin ich dem Grünspecht auf den Fersen. Im Wald hörte ich seinen markanten ‚lachenden‘ Ruf schon mehrfach, aber ein Foto ist mir noch nie gelungen, weil er sich oft versteckt am Boden aufhält. Dort findet er seine Hauptnahrung Ameisen.

 

Alles braucht seine Zeit … und nun endlich hüpfte der Grünspecht vor meine Linse und dies auch noch mitten auf der Rasenfläche

in meinem eigenen Garten.

 

Unverkennbar sind der langgezogene rote Scheitel, das schwarz umrandete Auge und das gelblich-grüne Gefieder. Der Bestand ist zurückgegangen, weil sein Nahrungs- und Lebensraum durch Überdüngung der Agrarflächen zerstört wird. Wiesenameisen bauen

auf diesen Flächen keine Nester mehr.

Vogeltränke im Winter

 

Ein Wintergast kommt in meinen Garten und badet unverdrossen bei Regenwetter in der Vogeltränke.

Der Eichelhäher fühlt sich sichtlich wohl und stellt seinen Federschopf dekorativ zur Schau … ein prächtiges Kerlchen!

Kommen des Nordens Vögel an, zeigt es starke Kälte an.

 

(Volksmund)

Winterfütterung

 

Vögel finden im Winter in meinem Garten einen gedeckten Tisch.

 

Meisen gehören zu den emsigsten Besuchern und besonders die kleinen Blaumeisen sind mit ihren glockenhellen Rufen ständig zu hören. Sie besitzen ein Löwenherz und lassen sich auch von größeren Vögeln nicht einschüchtern. Mehr als einmal erlebte ich, dass sie sogar Elstern vertrieben, die sich ihrem Nistkasten näherten. Sie fliegen äußerst geschickt und blitzschnell den Rabenvogel an und der zieht sich dann entnervt zurück. Überhaupt sind diese Vögelchen sehr akrobatisch unterwegs und hängen oft kopfüber an den Zweigen. Sie leben im Winter sehr gesellig und kommen in Trupps geflogen.

 

Im Sommer sind Meisen die fleißigsten Schädlingsbekämpfer in meinem Garten und selbst auf den zartesten Halm setzen sich diese Leichtgewichte, um eine Blattlaus zu verspeisen: Kleine gerngesehene Helferlein, denen ich sehr gerne in der frostigen Winterzeit helfe.

Winter 2017

 

Es gibt im Winter 2017 weniger Wintervögel, die das Futterhäuschen besuchen.

In meinem Garten sind keine Grünfinken mehr zu sehen und auch die Meisen fliegen nicht mehr so zahlreich.

Die Vögel kommen einzeln und sind schnell wieder weg. Anfangs dachte ich, dass es am Futter liegt, das ich anbiete.

 

Aber auf der Webseite des NABU lese ich nun, dass es allgemein beobachtet wird und die Zählung tatsächlich einen erkennbaren Rückgang ergibt. Die Ursachen werden in Erkrankungen und schlechtem Bruterfolg vermutet. Im Mai liegt das Endergebnis der bundesweiten Zählung vor.

Bienenhotel

Eichhörnchen

 

Sie gehören zu den possierlichen Tieren unserer Landschaften und ich finde es wunderbar, dass sie sich täglich in meinem Garten aufhalten, denn ich beobachte sie gerne.

 

Eichhörnchen sind Einzelgänger und nur während der Paarungszeit zwischen Januar und März sehe ich sie gemeinsam durch die Bäume springen. Sie ernähren sich von Tannenzapfen, frischen Trieben, Früchten, Samen und Nüssen. Aber sie räubern auch Vogelnester aus und verschmähen weder Jungvögel noch andere Kleintiere. Aber sie folgen – ähnlich wie Rabenvögel – nur ihrem Instinkt und diese Vorgänge gehören zur Natur.

 

Die Färbung der Eichhörnchen ist sehr unterschiedlich von fuchsrot bis schwarzbraun. Oft ist das Sommerfell heller und stärker rötlich gefärbt als das Winterfell. Ein Winterschlaf findet nicht statt, aber in sehr kalten Wintern sind sie nur einige Stunden täglich aktiv und ziehen sich dann in ihren warmen Kobel zurück. Ihr buschiger Schwanz dient als Schlafdecke; er hüllt das Eichhörnchen vollkommen ein.

Tauben

 

Das Tauben-Pärchen landet auf der Pergola, schaut sich kurz um und fliegt wieder weiter.

Mir kann es recht sein, denn Tauben sesshaft am Haus ... nein, das wäre nicht in meinem Sinn ... bei aller Tierliebe!